Der Jurist in der industriellen Gesellschaft

Der Jurist in der industriellen Gesellschaft

von Florian Meinel

1. Auflage 2011
557 Seiten
Akademie Verlag

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Beschreibung: "Wir kennen die Welt nicht, in der wir leben". Sein Leben lang hat Ernst... mehr
Produktinformationen "Der Jurist in der industriellen Gesellschaft"

Beschreibung:
"Wir kennen die Welt nicht, in der wir leben". Sein Leben lang hat Ernst Forsthoff (1902-1974) sich als heroischen Realisten dargestellt. Geprägt vom jungkonservativen Widerstand gegen die Weimarer Republik, im Einflußfeld Carl Schmitts und Ernst Jüngers sozialisiert und durch sein kurzzeitiges Eintreten für den "totalen Staat" Hitlers lebenslang belastet, wurde Forsthoff später zu einem der bedeutendsten deutschen Juristen und Staatsdenker des 20. Jahrhunderts. Die Zerstörung des bürgerlichen Paradigmas im Öffentlichen Recht durch die "elementaren Mächte" der Moderne wurde seit der epochemachenden Schrift über "Die Verwaltung als Leistungsträger" aus dem Jahr 1938 zu seinem Lebensthema. Er gilt als Entdecker der staatlichen "Daseinsvorsorge" und als scharfsinniger Verfechter eines formalen, institutionenbezogenen Rechtsstaatsbegriffs.

Aber Forsthoffs Werk enthält viel mehr als Dogmengeschichte, es ist ein Schlüssel zur politischen Ideen- und Verfassungsgeschichte seiner Zeit. Florian Meinels grundlegende werkgeschichtliche Untersuchung fragt nach verborgenen Bedeutungsschichten: Nach den geistigen Einflüssen, die in diesem Werk wirksam gewesen sind, nach den rechtsphilosophischen und politischen Überzeugungen, die es tragen, nach der Auffassung vom Ethos des Juristen. Dies geschieht auf der Basis einer Fülle neuer Quellen, insbesondere des bisher unbekannten Nachlasses Forsthoffs.

In der systematischen Rekonstruktion von Forsthoffs Denken wird seine bisher kaum bekannte Rechtsphilosophie aus den Jahren des Zweiten Weltkrieges in ihren Zusammenhängen sichtbar, seine Naturrechtskritik und seine von der Sprache ausgehende Begründung einer Rechtsphilosophie der Institutionen. Der Kern des fundamentalen Paradigmenwechsel zum "Leistungsstaat" lag für Forsthoff in der strukturellen Auflösung der bürgerlichen Distanz zwischen Individuum und Staat in der modernen industriellen Gesellschaft. Um diese Aufhebung der rechtlichen Subjektivität kreist sein gesamtes Werk. Forsthoffs Frage war die ungelöste Verfassungsfrage des 20. Jahrhunderts.

Rezension:
"Wenn man diesem Buch einen Vorwurf machen will, so allenfalls den, dass es für eine Dissertation fast schon zu gut ist; [...] Es zeigt, was junge Wissenschaftler auch heute noch leisten können - wenn man sie nur lässt. [...] Ein Stück Wissenschaftsgeschichte des 20. Jahrhunderts, glänzend geschrieben und für den, der nur das geringste Interesse aufbringt für die Fragen, die dort behandelt werden, spannend wie ein Kriminalroman." Reinhard Zimmermann, Neue Juristische Wochenschrift, 3557 (2011) "Wer sich für die Geistes- und Wissenschaftsgeschichtee Deutschlands im 20. Jahrhundert interessiert, müsste dieses Buch studieren; denn es handelt keineswegs "nur" von einem Juristen." Michael Stolleis, JuristenZeitung, 22 (2011) "[...] eine eindringliche und überzeugende Charakterisierung eines der bedeutendsten deutschen Öffentlichkeitsrechtler des 20. Jahrhunderts [...]" Gerhard Köbler in: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte, 129 (2012) 72 "Der Jurist Florian Meinel hat nun eine gewichtige und in jeder Hinsicht imponierende Werkdeutung dieses bedeutendsten Schülers von Carl Schmitt veröffentlicht." Jens Hacke, Süddeutsche Zeitung, 08.09.2011

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Kurzinformationen
  • Akademie Verlag
  • 9783050051017
  • 04.05.2011
  • 1
  • 557
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