Geschlecht als Erwartung

Geschlecht als Erwartung

von Laura Adamietz

1. Auflage 2011
288 Seiten
Nomos

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Produktinformationen "Geschlecht als Erwartung"

Beschreibung:
In verfassungs-, europa- und menschenrechtlicher Rechtsprechung werden Diskriminierungen wegen der sexuellen Orientierung oder der Geschlechtsidentität nur vereinzelt als "Diskriminierung wegen des Geschlechts" verhandelt. Geschlechterforschung zeigt jedoch, dass Geschlechtsidentität und sexuelle Orientierung Teil der Kategorisierung Geschlecht sind, und dass die dem Recht zugrunde liegende Annahme zweier biologisch eindeutig verschiedener und gegensätzlich gedachter Geschlechter hinterfragt werden muss.

Das Werk bereitet Grundlagen der Geschlechterforschung für die Rechtswissenschaft auf und veranschaulicht am Beispiel des Art. 3 Abs. 3 S. 1 GG, wie diese Erkenntnisse im Antidiskriminierungsrecht berücksichtigt werden können. Eine detaillierte Rechtsprechungsanalyse zeichnet die diskursive Herstellung des Rechtsbegriffs "Geschlecht" nach und untersucht Defizite und Potenziale für einen dem Stand der Geschlechterforschung angemessenen Umgang mit Geschlechterfragen.

Das Werk leistet einen Beitrag zur rechtspolitischen wie zur wissenschaftlichen Diskussion. Durch eingehende Erläuterungen der relevanten rechtsdogmatischen Fragen ist es auch außerhalb des juristischen Faches nutzbar.

Informationen zur Reihe:

Schriften zur Gleichstellung

Herausgegeben von Prof. Dr. Susanne Baer, PräsBVerwG Marion Eckertz-Höfer, Prof. Dr. Jutta Limbach, Prof. Dr. Heide Pfarr und Prof. Dr. Ute Sacksofsky

vormals: Schriften zur Gleichstellung der Frau. Das Gleichberechtigungsgebot des Art. 3 Abs. 2 GG hat in der Verfassungsdiskussion bis in die 90er Jahre hinein ein Schattendasein geführt. Inzwischen wird, auch durch den Einfluss mancher der in dieser Reihe publizierten Schriften zur Gleichstellung, die Kluft zwischen Verfassungsgebot und Verfassungswirklichkeit ernster genommen als früher und als ein Problem fehlender Gleichstellung der Geschlechter gesehen. Die Frage nach den Ursachen war und ist Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Eine verfassungsgesetzliche Lösung des Problems hat der 1994 neu eingefügte Satz 2 des Art. 3 Abs. 2 GG versucht - und damit neue Fragen aufgeworfen. Die Schriften zur Gleichstellung verstehen sich als Forum für Arbeiten insbesondere aus den Gebieten Rechtswissenschaft und Rechtssoziologie, die kritisch die gesellschaftliche Situation von Frauen reflektieren. Über die Mittel herkömmlicher Rechtsdogmatik hinaus sollen vor allem durch Grundlagenforschung und Rechtsvergleichung Lösungen gefunden werden, die dazu beitragen, die Gleichstellung der Geschlechter zu einer gesellschaftlichen Selbstverständlichkeit zu machen.

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Kurzinformationen
  • Nomos
  • 9783832966287
  • 04.08.2011
  • 1
  • 288
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