Gerade in wirtschaftlich labilen Zeiten kommt der Zeitarbeit eine
wesentliche Bedeutung zu. Bis zum Beginn der Wirtschaftskrise war der
Zeitarbeitssektor maßgeblich an der Zunahme abhängiger
Beschäftigung beteiligt. Auf die krisenbedingten Auftragsrückgänge vor allem in der Automobilbranche wurde durch Abbau von Leiharbeitsplätzen reagiert; spiegelbildlich kommt es im Zuge der wirtschaftlichen Entspannung wieder zum schnellen Aufbau von Beschäftigung über die Zeitarbeit. Ermöglicht wurde dies durch eine weitgehende Liberalisierung dieser noch als „atypisch“ bezeichneten Beschäftigungsform im Jahr 2003.
Das Buch beantwortet die komplexen Rechtsfragen der Zeitarbeit mit
einem konsequent auf die Praxis ausgerichteten Ansatz, ausgehend von
tatsächlichen Handlungs-, Problem- und Entscheidungsfeldern.
Strittige Fragen werden vorrangig anhand der Rechtsprechung des
Bundesarbeitsgerichts, im Übrigen aufgrund gefestigter
Rechtsprechung der Instanzgerichte behandelt.
Schwerpunkte bilden – neben dem eigentlichen Zeitarbeitsrecht
– Materien des allgemeinen Arbeitsrechts, die für die Zeitarbeit
von besonderer praktischer Bedeutung sind (z. B. betriebsbedingte
Kündigung; Krankheit und Urlaub im Zusammenhang mit
Garantielohn; Möglichkeit und Grenzen der Führung von
Arbeitszeitkonten; Tarifvertragsrecht; EU-Richtlinien; Mindestlöhne; Betriebsübergang u.v.m.). Einbezogen sind steuer- und
sozialversicherungsrechtliche Besonderheiten (z.B. Folgen unwirksamer Tarifverträge; Haftung für
nicht abgeführte Lohnsteuer und Sozialabgaben).
Autoren: Prof. Dr. Wolfgang Böhm, Wissenschaftlicher Leiter des DIZ
(Deutsches Institut Zeitarbeit), Berlin; Jörg Hennig, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht, Berlin; Dr.
Cornelius Popp, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht, Erlangen.